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Ordnung auf dem Schreibtisch: Kaufberatung All-in-One PCs

Entweder man hat es selbst schon erlebt oder kennt Geschichten, die nicht ganz ohne Schadenfreude erzählt werden: Man steht vor einem Schreibtisch und weiß sich nicht zu helfen, wo man auch sucht, man findet keinen Computer, obwohl eigentlich einer da sein müsste. Nur ein Monitor steht einsam und verlassen da, ganz ohne ein Gerät, das ihn mit einem Bild versorgen könnte. Die Pointe solcher Geschichten ist meist, dass es sich um einen All-in-One Computer gehandelt hat, der auf den ersten Blick nur aus einem Monitor zu bestehen scheint. Da diese Geräte aber immer beliebter zu werden scheinen, könnte es gut sein, dass sich solche Missverständnisse in Zukunft vermeiden lassen, wenn die meisten Menschen mit dem Konzept vertraut sind.

All-in-One Computer, keine ganz neue Erfindung

Bereits in den 1970er Jahren gab es die ersten Geräte, die diese Idee umsetzten, auch wenn sie damals noch nicht sonderlich erfolgreich waren. Die klassischen Röhrenmonitore dieser Zeit waren schließlich auch dann schon groß genug, wenn sie nicht noch Platz für den gesamten Computer bieten mussten. 1998 war es dann der erste iMac aus dem Hause Apple, der dem Konzept zu einem ersten Achtungserfolg verhalf, denn obwohl auch er noch ein Röhrenmonitor war, zeigte er schon ein schickes Design, das es der Firma erlaubte, einen ersten Schritt in die Richtung zu machen, heute Produkte herzustellen, die auch in den Bereich Lifestyle fallen. Als die Flachbildschirme anfingen, den Markt zu erobern, ebneten sie damit auch den Weg für die All-in-One Geräte, die seitdem zunehmend an Beliebtheit gewinnen.

Der größte Vorteil von All-in-One PCs

Auf den ersten Blick könnte man meinen, der größte Vorteil eines All-in-One Computers wäre, dass er platzsparend ist. Das stimmt zwar auch, aber da auch die Tower im Laufe der Zeit immer kompakter werden, fällt dieser Faktor auch immer weniger ins Gewicht. Der wirkliche Vorteil ist daher einer, der sich wohl erst auf den zweiten Blick offenbart und der auch meist nur dann sichtbar wird, wenn man ihn gebrauchen könnte. Ein solches Gerät kommt nämlich quasi ganz ohne Verkabelung aus. In Zeiten, in denen Maus, Tastatur und Drucker auch problemlos über Funk verbunden werden können, braucht man nur ein Netzkabel und das Gerät ist einsatzbereit. Hat man WLAN, kommt man sogar kabellos ins Internet. Das Fehlen von Kabeln mag nicht wirklich spektakulär klingen, man weiß es aber zu schätzen, wenn man sich daran erinnert, wie man das letzte Mal auf dem Boden gekrochen ist, um ein loses Kabel wieder richtig einzustecken. In den meisten Fällen hat es dabei auch noch einige Zeit gedauert, bis man den Fehler überhaupt gefunden hat. Wenn einem bei dieser unfreiwilligen Turnübung dann noch auffiel, wie die Kabel den Staub geradezu magisch anziehen, weiß man die Vorteile eine All-in-One Computers plötzlich zu schätzen.

Weitere Vorteile

Da All-in-One Computer als Einheit konzipiert sind, werden die einzelnen Komponenten auch entsprechend aufeinander abgestimmt. Hier stellt sich eben nicht die Frage, mit welchem Monitor der Kunde das Gerät später nutzen möchte. Die Hersteller können sich also darauf konzentrieren, das System wirklich zu optimieren, anstatt es kompatibel zu möglichst vielen Komponenten zu machen. Und wer doch ein externes Gerät anschließen will, kann das meist auch wesentlich bequemer tun, da sich die Anschlüsse notwendigerweise bereits auf dem Schreibtisch befinden. Bei herkömmlichen Geräten stellt sich oft das Problem, dass sie möglichst unauffällig und platzsparend untergebracht werden sollen. Wenn der Nutzer dann an die Anschlüsse muss, rächt sich das und er darf sehen, wie er sie erreichen kann.

Wer außerdem oft umzieht oder viel auf Reisen geht, kann sich mit einem All-in-One PC das Leben auch erheblich erleichtern. Er ist schnell abgebaut und kann relativ bequem transportiert werden, was bei herkömmlichen Geräten oft einem gewissen Aufwand mit sich bringt. Da die meisten All-in-One Computer zudem entsprechend ausgerüstet sind, können sie auch gleich noch den Fernseher ersetzen, was bei einem Umzug auch einiges an Zeit und Energie sparen kann. Sie bieten daher einen guten Kompromiss für Leute, die die Mobilität eines Laptops möchten, ohne dabei auf die Vorzüge eines stationären Computers verzichten zu wollen.

Die Nachteile von All-in-One PCs

Natürlich hat diese Bauweise nicht nur Vorteile, sonst gäbe es schließlich keine anderen mehr. Da wäre natürlich zuerst der Preis zu nennen, denn einen Computer so zu entwickeln, dass er perfekt abgestimmt ist, ist meist nicht ganz einfach und kostet daher Zeit und Geld. Er muss allerdings auch höheren Ansprüchen genügen, wenn es beispielsweise darum geht, wie laut das Gerät ist. Ein Computer, der viel Lärm verursacht, ist nie wirklich angenehm, lässt sich aber leichter tolerieren, wenn er unter dem Schreibtisch steht. Eine Lärmquelle, die man ständig direkt vor der Nase hat, kostet auf Dauer doch einige Nerven und führt zu zusätzlichem Stress, den sich die wenigsten Menschen antun möchten. Das erhöht also nicht nur den Preis, sondern auch das Risiko, wenn es ein preisgünstiges Modell sein soll.

Obwohl All-in-One PCs üblicherweise eine weit höhere Lebenserwartung haben als ihre herkömmlichen Artgenossen, halten auch sie natürlich nicht für die Ewigkeit. Und dadurch ergibt sich ein weiterer Nachteil, denn wenn sie kaputt sind, sind sie kaputt. Bei ihnen lässt sich ein defekter Monitor nicht schnell durch einen neuen austauschen, das ganze Gerät muss repariert werden. Das heißt, man verliert auf einen Schlag auch sämtliche Daten, die auf dem Gerät gespeichert werden. Selbst wenn der Computer repariert werden kann, verliert man also viel Zeit, wenn man nicht von allen Inhalten Sicherungskopien hat. Ein All-in-One PC lässt sich auch nicht so einfach aufrüsten, da er nicht dafür gebaut wurde, geändert zu werden. Wer also beispielsweise regelmäßig eine neue Grafikkarte möchte, weil er immer die aktuellsten Spiele nutzen möchte, hat keine Möglichkeit, nur diese eine Komponente auszutauschen.

Der Touchscreen als Chance für den All-in-One PC?

Geräte, die sich mit den Fingern bedienen lassen, sind spätestens seit dem iPhone und dem iPad voll im Trend. Da bieten sich All-in-One Computer natürlich als eine echte Chance an, dieses Feature auch auf dem heimischen Rechner zu nutzen. Und da Microsoft sein neues Betriebssystem Windows 8 ganz gezielt auf diese Art der Bedienung optimiert hat, ist es gut möglich, dass sich Touchscreens in Zukunft auch immer häufiger auf den Schreibtischen der Nation finden lassen. Es sollte aber auch gesagt werden, dass es eben doch noch einige Unterschiede gibt, die ein Tablet und einen herkömmlichen Computer nur schwer vergleichbar machen. Ein kleines Display, das auf dem Tisch oder dem Schoß liegt, lässt sich anders beidienen, als ein Monitor, der auf dem Schreibtisch steht. Und je größer die Bildschirmdiagonalen werden, desto unhandlicher wird die Bedienung mit dem Finger.

Ein weiterer Aspekt, der nur selten behandelt wird, wenn es um Touchscreens geht, ist die Frage, ob man wirklich einen Monitor will, der dauernd angefasst wird. Wer schon einmal geschockt war, wie schmutzig sein Bildschirm war, sollte sich schon fragen, ob er ihn auch noch ständig anfassen möchte. Ganz zu schweigen davon, wie der Monitor aussehen dürfte, wenn man auch nur ein Mal fettige Speisen angefasst hat. Ein gemütlicher Filmabend mit Kartoffelchips wirkt weit weniger verlockend, wenn man die DVD mit fettigen Fingern pausieren möchte und der Bildschirm danach entsprechend aussieht.

Was sollte beim Kauf beachtet werden?

In erster Linie gilt bei der Anschaffung eines All-in-One Computers natürlich, was auch für ein herkömmliches Gerät gilt. Das heißt, eine große Festplatte, viel Arbeitsspeicher und möglichst viele zusätzliche Anschlüsse gehören auch hier zu den Dingen, auf die man achten sollte. Als wichtiger Faktor kommt hier allerdings noch der Bildschirm hinzu. Wer nur einen Tower kauft, braucht sich mit dieser Frage ja ohnehin nicht zu beschäftigen, und wer den Bildschirm dazu kauft, hat die Möglichkeit, eine Übergangslösung zu wählen und später nachzurüsten. Das geht bei einem All-in-One PC aber eben nicht. Generell sollte daher darauf geachtet werden, dass das Gerät auch für die Zukunft geeignet ist, da sich Komponenten eben nicht so einfach austauschen und nachrüsten lassen. Ein Blu-ray-Laufwerk sollte daher auch zumindest in Erwägung gezogen werden, da das Medium wohl die Zukunft bestimmen wird.

Allgemein lässt sich sagen, dass es in den meisten Fällen eine gute Idee ist, sich ein paar Geräte anzuschauen und zu vergleichen. Der Weg in ein Fachgeschäft kann dabei sehr hilfreich sein, da sich Monitore nur sehr schwer wirklich beurteilen lassen, ohne sie gesehen zu haben. Es empfiehlt sich also, in den Laden zu gehen und sich selbst ein Bild zu machen. Denn ein All-in-One PC wird schließlich mit ziemlicher Sicherheit lange leben, ohne wirklich verändert zu werden. Da ist es also umso wichtiger, ein Gerät zu finden, mit dem man zufrieden ist.

Fazit: Für wen eignen sich All-in-One PCs?

Wirklich abschließend lässt sich die Frage nicht beantworten, für wen ein All-in-One Computer geeignet ist. Hier spielen einige Faktoren eine Rolle und können von verschiedenen Menschen ganz unterschiedlich gewichtet werden. Es gibt aber einige Hinweise darauf, dass es sich zumindest lohnen könnte, sich zu überlegen, ob ein solches Gerät die richtige Wahl ist. Wer zum Beispiel einen PC möchte, der einen Touchscreen hat, sollte einen All-in-One PC zumindest in Erwägung ziehen. Sie eignen sich außerdem besonders für Leute, die bereit sind, jetzt etwas mehr Geld zu investieren, dafür dann aber eine Weile Ruhe haben wollen und den Computer für die nächsten Jahre so nutzen wollen, wie er heute ist.

Letzten Endes muss aber auch gesagt werden, dass solche Entscheidungen viel mit individuellen Vorlieben zu tun haben. So nimmt ja beispielsweise die Frage, ob man Microsoft oder Apple bevorzugt, auch oft beinahe religiöse Züge an, denen mit Fakten nur schwer beizukommen ist. Wer also unschlüssig ist, sollte versuchen, sich nicht nur theoretisch zu informieren, sondern auch einen praktischen Einblick zu bekommen, wie sich die Arbeit mit einem All-in-One PC für ihn ganz persönlich anfühlt.

Titelbild © Glovatskiy – shutterstock.com

 
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