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Alle Jahre wieder… eine neue Windows Version?

Ab dem Jahr 2013 will Microsoft im Jahresrhythmus neue Updates veröffentlichen, die für Anwender mit einer gültigen Windows-Version kostenlos sind. Schon vor der Windows-8-Einführung existierten Sicherheitspatches, ein völlig neuer Schritt für Microsoft. Der Konzern will damit die bekannten Kinderkrankheiten neuer Betriebssysteme umgehen, gleichzeitig nähert er sich der Strategie von Konkurrent Apple an.

Neuer Update-Rhythmus angekündigt

Mit den Updates für Windows 8 vor dessen Handelsstart hatte Microsoft ein Signal für den neuen Rhythmus gesetzt, der Apps aktualisieren half und Sicherheitslücken schloss. Ein Statement eines Microsoft-Sprechers begründete diesen Schritt mit der Vermeidung von Fehlern in den Monaten vor Erscheinen eines ersten Service-Packs. Daran hatten sich Windows-Nutzer im Prinzip schon gewöhnt, künftig könnte mit der alten Strategie jedoch Schluss sein. Diese bestand bislang darin, dass Microsoft die gemeldeten Fehler sammelte, Behebungstools in großen Service-Packs zusammenfasste und diese schließlich nach Monaten in einer Größe von mehreren Hundert Megabyte großen Upgrades an die User verteilte. Das konnte auch sehr lange dauern, bei Windows 7 dauerte es ab der Erscheinung in 10/09 immerhin fast 15 Monate. Schon weitere 18 Monate danach gab es Windows 8. In Zukunft will Microsoft nun etwa jährlich neue Versionen herausbringen, die angemeldete Nutzer einfach upgraden können. Das erste Upgrade wird wohl “Blue” heißen und wirklich neue Funktionen enthalten, nicht nur wie die früheren Update-Versionen die Fehler des jüngsten Betriebssystems ausmerzen. Das wäre praktisch dasselbe, als wäre “Blue” schon Windows 9.

Trittbrettfahrer von Apple?

Dieses Erfolgsrezept macht Apple seit Jahren vor, Microsoft kopiert also ein weiteres Mal den Erzrivalen. Auch die Ladengeschäfte von Microsoft sind nur noch wenig mehr als eine Nachahmung der Apple Stores, dasselbe trifft auf die Soft- und Hardwareverzahnung des Surface-Tablets zu, das dem iPad nachempfunden ist – freilich nicht im Design, denn dagegen wehrt sich Apple vehement. Apple nun veröffentlicht im Ein- bis Zwei-Jahres-Rhythmus größere Updates seiner Betriebssysteme und bietet sie den Kunden preiswert an, beim OS X 10.8 kostet das Upgrade gerade 18 Euro. Microsoft wird dem folgen und ab Sommer 2013 neue Windows-Versionen entweder spottbillig oder kostenlos an seine Bestandskunden abgeben. Die Neuerungen dienen dabei auch einer Hinwendung zur legalen Verwendung von Windows, denn Raubkopierer haben beim Upgrade keine Chance, es würde die vorherige Version sogar stark einschränken. Microsoft könnte damit seine Nutzer erziehen, doch wenigstens einmal eine Version legal zu erwerben und künftig von permanenten Neuerungen zu profitieren.

Keine Vorteile für Firmenkunden

Firmenkunden könnten unter Umständen not amused über Microsofts Ideen sein, so viel vermuten jedenfalls Experten. Der Hintergrund: In jeder Firma wird eine neue Version stets gründlich getestet, bevor sie die IT-Administratoren auf die Server und Workstations verteilen. Was für Privatanwender unproblematisch ist, hemmt Unternehmen unter Umständen, die mit jeder Umstellung prüfen müssen, ob alle ihre Daten noch da sind und Verknüpfungen wie gewohnt funktionieren. Daher könnte es für Microsoft nützlicher sein, einen zweiten, langsameren Rhythmus für die Business-Anwendungen einzuführen. Microsoft hält sich allerdings mit Aussagen in dieser Hinsicht bedeckt und hat auch noch kein Statement zu Windows Blue abgegeben.

Immerhin wurden die Patches zu Windows 8 sehr gründlich kommuniziert und standen schon zwei Wochen vor der Markteinführung zur Verfügung. Ab dem 09.10.2012 war es dann so weit, Anwender konnten schon wieder 170 MB fehlerbereinigter Software des neuen Systems herunterladen. Auch Apps wurden aus dem Start heraus schon wieder aktualisiert, obgleich doch Windows 8 erst am 26.10.2012 verfügbar war.

 
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